Thiamin

Thiamin

Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Es ist ein essentieller Mikronähstoff, welcher nicht vom Körper herstellt und daher aus der Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist vor allem für die normale Gehirnfunktion von Bedeutung.

Synonyme:

  • Vitamin B1
  • Aneurin

Vorkommen:

Es kommt in vielen Lebensmitteln vor, wird jedoch durch Erhitzung zum Großteil zerstört. Zum Beispiel:

  • Vollkorngetreide
  • Haferflocken
  • Bierhefe
  • Samen
  • Gemüse
  • Schweinefleisch

Biosynthese:

Thiamin wird in Bakterien, Fungi, Pflanzen und Protozoen synthetisiert und kann vom Menschen ausschließlich über die Nahrung aufgenommen werden. Thiamin wird im Dünndarm mittels Phosphatase und Pyrophosphatase freigesetzt und wird dann, sowohl passiv als auch aktiv, hauptsächlich in Jejunum und Ileum absorbiert. Thiamin wird nun durch Thiaminpyrophosphokinase in seine aktiven Formen umgewandelt.

Funktion:

Es gibt fünf bekannte Thiamin Derivate: Thiamin Mono-, Di- und Triphosphat und Adenosin Thiamin Di-und Triphosphat. Das wichtigste ist Thiamindiphosphat, ein Coenzym welches unter anderem am Aufbau der Pyruvatdehydrogenase, α-Ketoglutarat-Dehydrogenase und Transketolase beteiligt ist. Diese sind essentiell für den Kohlenhydratstoffwechsel, den Pentosephosphatweg und dem Aufbau von ATP, einer der wichtigsten Energielieferanten. Pyruvatdehydrogenase ist im Nervensystem von großer Bedeutung, da es an der Produktion von Acetylcholin und Myelin beteiligt ist.

Mangelerscheinungen:

Bei einigen Gruppen tritt gehäuft Thiaminmängel auf, u.a. Diabetiker, Senioren und Morbus Crohn Patienten. Während der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei Fieberzuständen besteht erhöhter Thiaminbedarf. Wird dem Körper für 14 Tage kein Thiamin zugeführt sind die Reserven zur Hälfte aufgebraucht. Ein schwerer oder chronischer Mangel kann in manchen Fällen zu Beriberi oder Wernicke-Enzephalopathie führen. Symptome für einen Mangel beinhalten Depressionen, Abgeschlagenheit, Muskelatrophie oder gesenkte Produktion von Antikörpern.