Folat

Folat

Folat ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es ist von sehr großer Bedeutung für der DNA-Synthese und auch den Aminosäurestoffwechsel.

Synonyme:

  • Folsäure
  • Vitamin B9
  • Pteroylpolyglutamat

Vorkommen:

Folat wird über die Nahrung aufgenommen, besonders hohe Konzentrationen kommen in Hefen, Linsen, tierischen Produkten wie Leber und Eigelb und Pflanzen, z.B. Salat oder Spinat vor. Bei zu langem Kochen der Nahrung wird Folat jedoch zerstört.

Biosynthese:

In der Nahrung liegt es meistens in Form von Pteroylpolyglutamat vor, von welchem zuerst die überzähligen Glutamatreste abgespalten werden müssen, bevor es im Duodenum und im oberen Jejunum über einen Carrierprozess aufgenommen werden kann. In der Darmschleimhaut wird daraus N5-Methyltetrahydrofolat gebildet, welches mit Hilfe von Methylcobalamin demethyliert wird und in die biologisch aktive Form Tetrahydrofolat umgewandelt wird. Daher kann ein Cobalaminmangel (Vitamin B12) zu einem Folsäuremangel führen, da es nicht mehr aktiviert werden kann. Tetrahydrofolat wird nun über den Blutkreislauf zu den Zielzellen transportiert und ist dort ein Coenzym für die Übertragung von C1-Bruchstücken verschiedener Oxidationsstufen, welche für die Synthese von DNA und RNA benötigt werden.

Funktion:

Folat ist an zwei Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, dem Aminosäuren- und dem Nukleinsäurenstoffwechsel.

Die Aminosäure Serin kann mithilfe von Tetrahydrofolat zu Glycin umgewandelt werden, woraus Methylentetrahydrofolat entsteht, zudem hilft es bei der Umwandlung von Homocystein zu Methionin.

Im Nukleinsäurenstoffwechel wird Folat sowohl für die Purin- und Pyrimidinbiosynthese benötigt. Es liefert zwei Kohlenstoffatome für die Purinbiosynthese, wobei der Überträger Formyltetrahydrofolat ist, welches aus Methylentetrahydrofolat bei der Umwandlung zu Glycin gebildet wird. Letzteres ist an der Pyrimidinbiosynthese als Überträger beteiligt.

Mangelerscheinungen:

Der Tagesbedarf beträgt ca. 400 µg. Ein Folatmangel kann nur Mangelernährung, Erhöhten Bedarf (Schwangerschaft, Hämolyse), Malabsorptionssyndrome oder medikamentös entstehen. Bei Tumorpatienten wird häufig ein Folsäureanatogonist, wie Methotrexat oder ein Purinsyntheseantagonist, wie Azathioprin gegeben. Ein Mangel führt zu einer megaloblastären Anämie, da es zu Störungen der Erythopoese kommt. In der Schwangerschaft kann ein Mangel zu der Entstehung von Neuralrohrdefekten, z.B. Spina bifida beitragen.