Cholin

Cholin

Cholin, ein quartäres Ammoniumsalz, ist eine fettähnliche und lipotrope Verbindung, welche in jeder Zelle des menschlichen Körpers zu finden ist. Es ist ein semiessentieller Nährstoff, d.h. es kann durch ausreichende Zufuhr der Aminosäuren Lysin und Methionin synthetisiert werden. Cholin ist Teil der Zellmembran, ein Ausgangsstoff für den Neurotransmitter Acetylcholin und zudem von großer Bedeutung für die Leber, da es für den Fetttransport aus der Leber und die Ausscheidung von Giften zuständig ist.

Synonyme:

  • Trimethyl-hydroxyäthyl-ammoniumhydrochlorid
  • 2-Hydroxy-N,N,N-trimethyl-ethanaminium

Vorkommen:

Cholin kann in freier oder gebundener Form vorkommen und ist in vielen Lebensmitteln zu finden. Eigelb, Schweine- und Rinderleber haben besonders hohe Konzentrationen.

Biosynthese:

Die enzymatische Methylierung am Stickstoff des Ethanolamins führt in drei Schritten zum Cholin.

Rückwirkend kann Cholin auch wieder durch die Spaltung von Acetylcholin mit Acetylcholinesterase Cholin und Essigsäure werden.

Funktionen:

Cholin hat drei Hauptfunktionen:

Neurotransmitter: In den Neuronen wird durch die Verknüpfung von Acetyl-CoA und Cholin der Neurotransmitter Acetylcholin hergestellt. Acetyl-CoA wird durch Cholin-Acetyltransferase mit Cholin verbunden, wodurch Acetylcholin und Coenzym A entstehen. Dieses hat mehrere Funktionen, welche durch zwei Rezeptoren geäußert werden, dem Nicotin-Typ und dem Muscarin-Typ, unter anderem Senkung der Herzfrequenz, Dilatation der Blutgefäße und die Kontraktion der glatten und quergestreiften Muskulatur.

Zellmembran und Myelin: Glycerophosphatide sind wichtige Bestandteile der Zellmembran, diese gehören zur Gruppe der Phospholipide, eines der Bedeutendsten ist Phosphatidyl-Cholin, auch Lecithin genannt. Es dient daher dem Transport und der Verarbeitung von Cholesterin und anderen Lipiden in der Leber, es hilft bei der Ausscheidung von Giftstoffen aus der Leber und als Bestandteil der Myelin-Ummantelung hat es eine neuroprotektive Funktion.

Methylgruppendonator: Cholin kann 3 Methylgruppen abgeben und ist somit wichtig für die Entlastung des Methionin- und des Folsäurestoffwechsels

Mangelerscheinungen:

Die häufigsten Ursachen für Cholinmangel sind eine geringe tägliche Zufuhr, Mangel an B-Vitaminen oder Fettmalabsorption. Ein Mangel kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Fettleber, da die Fettsäuren nicht mehr abgebaut werden können
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Bluthochdruck
  • gesteigertes Arterioskleroserisiko, da LDL-Cholesterin in den Gefäßwänden abgelagert wird